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Sommerekzem vorbeugen und heilen

Grundsätzliches zum Sommerekzem

Du hast ein Pferd mit Neigung zu Sommerekzem? Oder sogar ein stark befallenes? Dann ist der Winter die optimale Zeit, um die Weichen für die Gesundheit deines Pferdes während der nächsten Weidesaison zu stellen! Pferdegesundheit, damit meinen wir ein schönes glänzendes Kurzhaar, ein volles Langhaar ohne aufgescheuerte Stellen, Krusten oder sogar blutige Wunden und ohne die psychische Belastung durch andauernden Juckreiz. Ähnlich wie bei der Neurodermitis des Menschen können die Ursachen sehr vielfältig sein:

  • Überladung des Körpers mit Giftstoffen
  • Nährstoffmängel
  • Übersäuerung
  • Darmprobleme
  • Allergien
  • Stress
  • psychische Probleme
  • und vieles mehr!

Die Symptome reichen von Unruhe mit häufigem Kopfschütteln, mit den Hufen stampfen, Rastlosigkeit bis zu blutig gescheuerten großen Körperpartien, Gewichtsabnahme, Leistungsabfall, Depressionen. Manche Pferde fangen schon an, sich zu kratzen, wenn die Tage wieder länger werden, manche reagieren auf Kriebelmücken, manche erst auf Bremsen.

Bedürfnisse eines Pferdes mit Sommerekzems

Soforthilfe Eindecken

Eine Ekzemerdecke bietet dem Pferd sofortige Erleichterung. Sie sollte aber bestimmte Kriterien erfüllen:

  • Schutz der oberen und auch der unteren Körperhälfte. Die Decke sollte an Hals, Brust und Bauch verschließbar sein. Der Bauchlatz sollte möglichst weit nach hinten gehen, also breit sein.
  • Sie sollte aus leichtem, Luft durchlässigem Material sein, dass auch bei hohen Temperaturen einen Hitzestau ausschließt. Deshalb sind auch hellere Farben den dunklen vorzuziehen, weil sich dunkle Stoffe mehr aufheizen.
  • Die Passform muss verhindern, dass speziell an Widerrist oder Brust Scheuerstellen durch die Decke entstehen.
  • Nicht jedes Pferd mag es, eine Decke über den Hals gezogen zu bekommen und auch für den Menschen ist das nicht immer einfach. Komfortabler sind Decken mit Öffnung an Hals und Brust oder einem separaten Halsteil.

Am schönsten für Pferd und Mensch ist es aber, eine Decke gar nicht mehr nötig zu haben.

Unterbringung

Eine 24/7-Unterbringung auf einer feuchten Bachwiese wäre für ein Pferd mit Sommerekzem der blanke Horror, wenn es nicht eingedeckt ist. Auch eingedeckt würde es aber vermutlich einen zusätzlichen Kopfschutz benötigen. Als Weide eignen sich folglich eher Wiesen fern von Gewässern oder dem Wald, da dort vermehrt Insekten zu finden sind. Die beste Weidezeit ist früh morgens mit Beginn der Dämmerung oder noch früher. Je nach Insektendruck holen wir auf dem Urbanhof unsere Pferde zwischen 9 und 11 Uhr wieder in den Offenstall. Der Abend ist dagegen meist keine gute Idee. Zumindest bei uns in der Fränkischen Schweiz sind um diese Tageszeit nicht weniger stechende Insekten zu finden.
Im Stall sollte sich ein dunkler, schattiger und luftiger Platz befinden, welchen Pferde mit Sommerekzem bestimmt gerne nutzen werden. Manchmal ist es möglich, den Eingang zum Unterstand mit einem Vorhang aus dicken Plastikbändern zu verschließen, welche die Insekten größtenteils draußen lassen. Dann wäre aber auch zu überlegen, ein Heunetz in den Unterstand zu hängen. Was natürlich das Problem ergeben könnte, dass das Ekzempferd von anderen wieder heraus gescheucht werden könnte, falls es in der Rangordnung niedrig steht. Alles nicht so einfach! In so einem Fall würden wir, wenn möglich, das Ekzempferd mit einem lieben Kumpel von den anderen separieren. Oft hilft aber eine gute Decke soweit, dass alle Pferde auch in Ruhe draußen fressen können. Allerdings schaltet die Decke sozusagen „nur die rote Warnlampe“ aus, die wirklichen Ursachen eines Sommerekzems erreicht sie oft nicht. Eine erhöhte Empfindlichkeit auf Insektenstiche ist nämlich oft kein Zufall, sondern Folge eines entgleisten Stoffwechsels.

Ernährung eines Ekzempferdes

Bestimmte Überschüsse und Mängel in der Ernährung können allergische Hautreaktionen wie ein Sommerekzem begünstigen bzw. hervorbringen.

Überschüsse

Zu viel Zucker, Stärke und evtl. Eiweiß in der Ernährung führen zu einer Übersäuerung und diese kann Juckreiz ergeben.

Mängel

Mineral- und Spurenelementmängel begünstigen Ekzeme ebenso wie ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren. Ein erhöhter Bedarf an bestimmten Mineralstoffen und Spurenelementen kann aber auch von einer Belastung mit beispielsweise Glyphosat (im Unkrautvernichter „Round Up“ enthalten) kommen. Glyphosat legt diese fest („cheliert“ sie) und macht sie für das Pferd unbrauchbar. Außerdem wird dadurch die Bildung von B-Vitaminen im Darm durch die Darmbakterien gehemmt. Das wiederum stört die Entgiftung über die Leber, welche dann statt der B-Vitamine Spurenelemente nutzt, um Giftstoffe zu binden und auszuscheiden. Dieser übermäßige Verbrauch von Spurenelementen verursacht Mängel.

Ernährungsempfehlungen

Auch ein Pferd mit Sommerekzem sollte rund um die Uhr Heu zur Verfügung haben. Heu kann aber zu viel Zucker enthalten, was wiederum ein Ekzem begünstigen kann. Grundsätzlich sollte in der Trockenmasse des Heus ein Zuckergehalt von nicht mehr als 10% enthalten sein. Falls das Heu nicht auf seinen Zuckergehalt getestet worden ist, beschränke die Heumenge möglichst auf 1,5% des Körpergewichts des Pferdes und gebe dafür zusätzlich ein gutes Stroh.
Gebe eine Ergänzung für Spurenelemente oder ein gutes Mineralfutter in ausreichender Dosierung. Achte vor allem darauf, dass Spurenelemente in gut verstoffwechselbaren Formen vorliegen. So kann ein Pferd z. B. mit Zinkoxid wenig anfangen. Bekommt es aber Zink in Form von Zinkchelat kann es davon einen Großteil verwenden. Ähnlich verhält es sich auch mit anderen Spurenelementen wie Mangan und Kupfer. Zur Ergänzung von Spurenelementen empfehlen wir z. B. die Ergänzung Huf-Fell-Perfekt von PerNaturam, oder das Mineralfutter Agrobs Naturmineral. Um eine ausreichende Menge an Omega-3-Fettsäuren zu gewährleisten füttern wir gerne Hanfkörner, ca. 50 g pro Pferd, welche wir im Ganzen zusammen mit Heucobs einweichen. Hanf hat zudem einen hohen Anteil an Zink, welches in dieser Form sehr gut für das Pferd verfügbar ist.

Zusätzliche Maßnahmen

Regelmäßige Ausleitungskuren

Wenn der Stoffwechsel eines Tieres oder Menschen überlastet ist, sind Juckreiz und Ekzeme häufige Symptome. Die Überlastung kann beispielsweise von zu viel Zucker, Schimmelpilzen, Herbiziden, Medikamenten im Übermaß oder anderen Stoffen kommen.
Eine Ausleitungskur hat das Ziel Giftstoffe und Stoffwechselendprodukte, welche sich im Körper angesammelt haben, aus dem Körper zu entfernen. Indem man die Ausleitungsorgane Leber und Nieren stärkt und aktiviert wird die Menge der ausgeschiedenen Stoffe vergrößert. Sinnvoll ist es auch, während diesem Prozess für eine gute Durchblutung zu sorgen, um den Transport von Nährstoffen zu den Zellen und Giftstoffe von ihnen weg weiter zu unterstützen.
Im Folgenden wird eine beispielhafte Ausleitungskur beschrieben, wie wir sie am Urbanhof anwenden. Bestehend aus insgesamt 3 kg Kräutermischungen, verwenden wir dafür die folgenden Produkte von PerNaturam:

Anleitung für eine ca. 4-wöchige Kur:

  • Weidenrinde/ Mädesüß wird eine Woche lang täglich ca. 40 g gegeben. Dann 3 Tage Pause machen, dann wieder 3 Tage geben, wieder 3 Tage Pause usw.
  • Rhenalind wird in den ersten 3 Tagen der Gabe von Weidenrinde/Mädesüß gegeben, dann 3 Tage Heparlind, dann wieder 3 Tage Rhenalind, dann wieder Heparlind usw. jeweils ca. 1 Hand voll.
  • Wir weichen die Kräuter immer mehrere Stunden (mindestens 2 Stunden) vor der Fütterung zusammen mit ca. 200 g Grascobs ein. Pferde, welche Kräuter nicht gewohnt sind, sollten die ersten Tage nur sehr kleine Mengen Kräuter bekommen, bis sie sich an den Geschmack gewöhnt haben.
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Weidenrinde/ Mädesüßxxxxxxx x x x x x x x x x x x x
Rhenalind x x x x x x x x x x x x x x x
Heparlind x x x x x x x x x x x x x x x

Heilmoor

Heilmoor enthält eine größere Menge Huminsäuren, welche sogar in der Lage sind, Stoffe wie Glyphosat zu binden und so über den Urin auszuscheiden. (Heilerden dagegen sind für diesen Zweck unpassend, eignen sich aber für die Bindung von z. B. Schwermetallen.) Von unserem Therapro Heilmoor gibt man täglich 2 Schöpfkellen oder 250 ml über das Futter bzw. weicht auch das zusammen mit Grascobs ein. Auf Anfrage, konnten wir von Prof. Dr. Monika Krüger erfahren, dass diese Menge Heilmoor in Versuchen mit Rindern von ca. 500 kg Gewicht eine deutlich vermehrte Ausscheidung von Glyphosat über den Urin ergeben hat.
Auch bei Heilmoor würden wir mit einer kleinen Menge zur Gewöhnung anfangen. Hängt man einen Eimer Moor in den Stall zeigen oft verschiedene Pferde einer Herde ihren Bedarf an, indem sie das Moor sogar pur fressen bzw. eher trinken. Aber nicht jedes Pferd weiß, was es braucht, einem Ekzemer würden wir auf jeden Fall eine 3-monatigen Kur vor Weidebeginn gönnen. Es hat sich gezeigt, dass so behandelte Pferde häufig deutlich weniger Juckreiz verspüren. Man kann das Moor natürlich auch weniger als drei Monate füttern und es kann funktionieren. Die beruhigende Wirkung der Huminsäuren auf die Rezeptoren tritt angeblich erst nach einer ca. 3-monatigen Anwendungszeit ein.

Hilfe auf feinstofflicher Ebene

Ähnlich dem Menschen können Hautprobleme und Juckreiz auch psychischer Natur sein. In so einem Fall ist mit Kräutern und Moor natürlich nichts auszurichten. Wir würden, wenn alles nichts hilft, z. B. an Bachblüten, Homöopathie oder eine Tieraufstellung denken.