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Senioren fit machen

Senioren fit machen

Moritz 35. Geburtstag ist ein guter Anlass, mal etwas über Seniorenfitness zu schreiben. Unser Moritz oder auch Zottel genannt gehört seit 20 Jahren zum Urbanhof - dem Sitz von OmniCaro - und wird von seiner früheren Reitbeteiligung Ute immer noch liebevoll gepflegt. Mehr als einmal dachten wir, dass seine Zeit jetzt abgelaufen wäre. Er war schwach auf der Hinterhand, lahmte, schwankte beim Gehen und wenn er lag, kam er kaum noch hoch. Von solch einem Pferd kann man vieles lernen, v. a. und am wichtigsten aber, niemals die Hoffnung aufzugeben weil er so alt ist. Immer wieder neu zeigt er uns, dass sich Zellen auch im hohen Alter regenerieren können, wenn die Voraussetzungen stimmen!

Was braucht ein Pferdesenior?

Erstmal ganz viel zu essen! Zottels Zähne sind locker und teilweise nur noch Stummel, dementsprechend wichtig ist es, für gut kaubare Nahrung zu sorgen. In seinem Fall sind das Mais- und Grascobs als Grundlage zum Heu, das er auch noch aufnimmt, womit er alleine aber sicher verhungern würde. Dazu Quetschhafer, der täglich frisch gequetscht wird. Pro Tag bekommt er rund 2 kg Cobs und die gleiche Menge Hafer. Und das als Robustpferd, das nichts arbeitet! Füttern wir weniger, wird er sofort dünner, weshalb wir solche Experimente inzwischen lieber bleiben lassen.

Nahrungsergänzungen (täglich):

  • ca. 30 g Hanf (für Fettsäuren, Zink u. a.)
  • ca. 50 g wechselnde Kräuter, z. B. Rhenalind
  • ca. 30 g Seealgenmehl (für Aminosäuren, Spurenelemente)

und ca. 2-3 Mal im Jahr eine sehr effektive Gelenkkur, die wir allen unseren älteren Pferden regelmäßig gönnen. Und zwar über 4 - 6 Wochen lang:

Nach der ersten Woche wird die Weidenrinde/Mädesüßmischung dann immer drei Tage pausiert und dann wieder drei Tage lang gegeben, bis die 1 kg Packung leer ist. Die Hagebutten und das Lezithin werden die ganze Zeit durchgegeben, ohne Pause.

Schon nach der ersten Woche der Kur kann man oft sehen, dass die Bewegungen flüssiger, „runder“ werden und die Pferde auch wieder mehr Spaß am Laufen haben. Macht man die Kur konsequent bis zum Ende kann das Ergebnis über mehrere Monate anhalten.

Was noch?

Fitnesstraining, und das ist extrem wichtig! Genauer gesagt betreibt Moritz, wie fast alle unsere Pferd am Hof, Equikinetik. Equikinetik ist so eine Art sehr bewusstes Longieren auf einer ca. 8 m großen Quadratvolte. Geachtet wird konsequent auf die korrekte Innenbiegung sowie auf ein absolut gleichmäßiges Training auf der rechten und der linken Hand, also in beide Richtungen. Mit Hilfe eines Timers wie z. B. der kostenlosen Runtastic-App kann man sicherstellen, das effektive Trainingsintervalle genauso wie die ebenso wichtigen konsequenten Pausen wirklich eingehalten werden. Und so lässt sich dann ein Pferd in nur 12 Minuten wirklich fit machen!

Anfangs schaffte unser Zottel nur vielleicht 4 Minuten und das auch nur im Schritt, was aber als „Bodybuilding“ erstaunlicherweise vollkommen ausreicht. Er arbeitet auch jetzt noch nur im Schritt, seine Muskeln haben sich aber inzwischen so gekräftigt, dass er nur noch ganz selten schwankt und morgens und abends zur Fütterung angetrabt kommt! Equikinetik ist sehr leicht und von jedermann zu erlernen. Sehr zu empfehlen ist es, sich das gleichnamige Buch zu bestellen. Die Methode lehrt ein Pferd, sich selbst perfekt auszubalancieren. Leider fehlt diese Fähigkeit einem Großteil aller Reitpferde und aus dieser Tatsache heraus resultieren viele Probleme beim Reiten. Also lohnt es sich ganz bestimmt, auch oder gerade junge Pferde diesem Training zu unterziehen!

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